Monatsarchiv für März 2013

Die Anliegen der Anleger – VHS-Seminare im Frühjahr 2013 – 3


Zu viel in einem Topf
Das sogenannte Klumpenrisiko in der Vermögensanlage entwickelte sich zum dritten Schwerpunkt. „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ hat sich in den vergangenen Jahren eigentlich als Mantra der Geldanlage etabliert. Eigentlich – denn was viele Berater in relativ unsicheren Zeiten raten, kommt gerade bei deutschen Anlegern nicht richtig an. In ihrem Drängen nach Sicherheit und Garantie setzen sie gerne nur auf ein Pferd. Beispiel Immobilien: Aus Angst vor Inflation haben in den vergangenen beiden Jahren viele Anleger ihre Festgeldkonten geräumt und alles in eine Immobilie gesteckt, sind sozusagen von einem zum anderen Klumpen gesprungen. Andere Anlageklassen wie Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle blieben meist unbeachtet. Wenn aber die Masse des Vermögens nur in einer Anlage steckt, steigt das Verlustrisiko erheblich.

Staatsanleihen sind nicht mehr sicher
Über Jahrzehnte waren Staatsanleihen vergleichsweise solide wirtschaftender Staaten ein sinnvolles Investment mit einer real positiven Rendite. Im Laufe der Finanzkrise haben sie sich allerdings zu Risikoinvestments mit Nullrendite entwickelt. Das hält viele deutsche Anleger aber nicht davon ab, weiter überwiegend auf Rentenwerte zu setzen. Wobei mittlerweile das Klumpenrisiko durch die möglicherweise totale Abhängigkeit vom Staat noch steigt. Denn kommt der Staat in Schwierigkeiten, sind sowohl die Staatsanleihen nichts mehr wert als auch die Rentenkassen leer – was viele Griechen zurzeit leidvoll erfahren.

Die Mischung macht’s
„Ausgewogenheit und breite Streuung bringen dem Anleger Sicherheit“, stellt Ernst Rudolf fest. „Natürlich gehören Rentenwerte weiter in ein Depot hinein, aber in der richtigen Gewichtung zusammen mit Substanzwerten wie Unternehmensbeteiligungen (Aktien), Edelmetallen, Rohstoffen und Immobilien. Eben diese Substanzwerte sind schon jetzt, aber erst recht in Zukunft für Kapitalerhalt und -aufbau in einem modernen Portfolio unerlässlich!“
Ernst Rudolf schlägt den Erwerb von Vermögensverwaltenden Fonds oder von bewährten Mischfonds vor. Während Vermögensverwaltende Fonds mit unterschiedlicher Gewichtung in alle Anlageklassen investieren können, also Immobilien, Rentenwerte und Aktien, setzen sich Mischfonds aus bewährten Titeln zweier Anlageklassen zusammen.

Durch Schwankung zu mehr Sicherheit
Natürlich sind Substanzwerte Schwankungen unterworfen. Aber die Angst davor ist unbegründet. „Durch Schwankung zu mehr Sicherheit“, ist der Slogan, mit dem Ernst Rudolf dem entgegentritt. „Schon wer sein Kapital ‚nur’ erhalten will, muss heutzutage Schwankungen in Kauf nehmen, um auf der sicheren Seite zu sein. Ich lege allen Anlegern ans Herz, ihren viel zu großen Respekt vor dem Wort ‚Schwankung’ aufzugeben und stattdessen in Betracht zu ziehen, dass es auch die Schwankung nach oben gibt und es am Ende auf die Entwicklung über einen längeren Zeitraum ankommt.“

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admin am 20. März 2013 in Veranstaltungen

Die Anliegen der Anleger – VHS-Seminare im Frühjahr 2013 – 2


Versicherungen verunsichern
Nachdem seit Mitte des vergangenen Jahres in den Medien immer wieder über die Schwierigkeiten der Lebensversicherer mit den anhaltend niedrigen Zinsen berichtet wurde, ist das Thema auch in den VHS-Seminaren angekommen. „Die Menschen fragen mich, ob ihre Lebensversicherungen als Kapitalanlage noch sicher sind“, berichtet Ernst Rudolf. „Und sie wollen wissen, ob die Notwendigkeit besteht, etwas zu ändern. Leider gibt es darauf keine pauschale Antwort, sodass ich zunächst immer sagen muss: ‚Es gibt große Unterschiede. Was für Sie gilt, hängt ganz von Ihrem Vertrag ab.’“

Kapitallebensversicherungen mit Garantiezins versus Fondspolicen
Folgende Unterschiede wurden herausgearbeitet:
Garantiezinsverträge zeichnen sich dadurch aus, dass die Versicherungsgesellschaft die eingezahlten Beträge des Versicherungsnehmers wie ein Vermögensverwalter anlegt. Wobei sie verpflichtet ist, Kundengelder in besonders sichere Anlagen wie Bundesanleihen zu investieren. Und deren Renditen sind schon längere Zeit sehr niedrig – so niedrig, dass damit die einst versprochenen Garantien nicht mehr erwirtschaftet werden können.
Fondsgebundene Rentenversicherung: Hier hat der Anleger selbst die Anlageentscheidung getroffen, trifft sie mit dem Vertragsabschluss oder kann sie, je nach Vertrag, selbst im Laufe der Versicherung noch ändern. Sein Geld wird beispielsweise in Investmentfonds seiner Wahl angelegt. Investmentfonds sind, je nach Risikostufe unterschiedlich, den üblichen Schwankungen an den Finanzmärkten ausgesetzt. Unter einem strukturbedingten Risiko wie die Garantiezinsverträge leiden sie aktuell aber nicht.

Auf die Details kommt es an
„Wegen der teilweisen oder gänzlichen Steuerbefreiung ist es wichtig, wann der Vertrag geschlossen wurde“, stellt Ernst Rudolf fest. „Dazu ist die Antwort auf die Frage ‚Wie hoch sind die vertraglich zugesagten Garantien?’ von Bedeutung, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.“
Grundsätzlich kann man sagen: Es besteht kein Grund zum sofortigen Alarm. Zwar erhalten Lebensversicherer für Bundesanleihen aktuell weniger als zwei Prozent Rendite, viele von ihnen erzielten aber mit älteren, höher verzinsten Papieren noch deutliche bessere Erlöse. Alles wird davon abhängen, wie lange die Niedrigzinsphase noch anhält. Denn die älteren Papiere laufen irgendwann aus und die Neuanlage in sichere Anleihen ist für die Gesellschaften aktuell nur zu Renditen unter dem versprochenen Garantiezins möglich. Der einzige Ausweg bestünde für sie darin, in Staatsanleihen von Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal oder Italien zu investieren, wobei die dann höhere Rendite mit entsprechend höherem Ausfallrisiko erkauft würde.
Die richtige Maßnahme jetzt: Altverträge vor dem Hintergrund der Entwicklung an den Finanzmärkten beobachten und beizeiten Entscheidungen treffen.

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admin am 20. März 2013 in Veranstaltungen

Die Anliegen der Anleger – VHS-Seminare im Frühjahr 2013 – 1


Von unbekannten Protokollen, unsicheren Versicherungen und geballten Risiken
Mit dem Seminar „Geldanlagen 50 Plus“ schloss Ernst Rudolf am Montag, dem 11.03.2013, seine Frühjahrs-Veranstaltungen in den Volkshochschulen Mainz und Wiesbaden ab. Während der Bereich Geldanlage zusätzlich mit dem Thema „Nachhaltige Geldanlagen – ökologisch, ethisch und sozial investieren“ abgedeckt war, kam der Sektor Baufinanzierung im Seminar „Wohneigentum finanzieren und dabei ruhig schlafen“ zur Geltung. In den folgenden Abschnitten berichtet Ernst Rudolf von typischen Erlebnissen des Frühjahrs 2013.

Beratungsprotokolle und kein Ende
Seit Beginn des Jahres 2010 gibt es eine strenge Protokollpflicht für Anlageberatungsgespräche. Bankberater müssen, genauso wie alle anderen Finanz- und Anlageberater, ihre Kunden detailliert abfragen, welche Ziele sie mit der Anlage verfolgen und welche Risiken sie eingehen möchten. Vor allem aber: Der Berater muss dem Kunden das Protokoll auch aushändigen. „Umso mehr war ich überrascht, dass mir – immerhin drei Jahre nach Einführung der Protokollpflicht – die meisten Seminarteilnehmer berichteten, dass sie einerseits von Beratungsprotokollen und der Protokollpflicht nichts wussten und ihnen andererseits nach Beratungsgesprächen in der Bank zu keiner Zeit ein Protokoll ausgehändigt worden war“, erzählt Ernst Rudolf. „Den Anlegern kann man keinen Vorwurf machen, schließlich beschäftigt sich nicht jeder Tag und Nacht mit dem Thema, aber dass die Profis hinter den Bankschaltern sich einfach nicht an das Gesetz halten, ist schon ein starkes Stück!“

Offen für Lösungen
Wer den zurzeit leider üblichen Problemen mit Beratungsprotokollen – entweder es stehen darin Dinge, die gar nicht besprochen wurden, oder die Bank stellt erst gar kein Protokoll zur Verfügung – aus dem Weg gehen will, für den gibt es eine Lösung: Vermögensverwaltung, auch schon für kleinere Anlagesummen.
Das bedeutet konkret: Professionelle Vermögensverwalter und damit
· staatlich zugelassene Anlageberater in Finanzinstrumenten laut § 32 KWG und
· staatlich zugelassene Finanzportfolioverwalter im Sinne von § 1 Abs. 1 a Nr. 3 KWG

bieten seit geraumer Zeit ihre Dienste auch für Anlagevolumen unter 100.000 Euro, nämlich ab ca. 30.000 Euro an. Sie betreuen diese Kunden mithilfe standardisierter Verfahren, die sich über Jahre bewährt haben, und erzielen so für beide Seiten eine lohnendes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Zudem verfügen Vermögensverwalter über außerordentliche Qualifikation, unterliegen ständiger staatlicher Kontrolle und sind zu umfassender Kostentransparenz verpflichtet.

Zum zweiten Teil geht es hier …

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admin am 20. März 2013 in Veranstaltungen