Monatsarchiv für Mai 2017

Weltweite Streuung bringt maximale Sicherheit – 15.05.2017


Aus dem Reich der Mitte
Von Zeit zu Zeit lohnt sich ein Blick nach China. Das Reich der Mitte gab sich zu Beginn des Jahres auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos überraschenderweise als Galionsfigur des Freihandels (was wieder einmal zeigt, wie schnell frei werdende Plätze besetzt werden), wovon man sich aber nicht täuschen lassen sollte. Für die Machthaber in Peking zählte schon immer „China first“. Aber nicht alles, was in Chinas Diktatur passiert, ist schlecht – beispielsweise, dass (nicht unbedingt wie) das Land zielstrebig das Elektrifizieren des Transportsektors vorantreibt. Das Schaffen eines Wachstumsmarkts für E-Autos geschieht sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite mit sorgfältig aufeinander abgestimmten Anreizen und Sanktionen, mit Zuckerbrot und Peitsche also.

Im öffentlichen Sektor müssen 30 Prozent aller neuen Autos Stromer sein. Privatleute werden in die Quoten möglicher Neuzulassungen aufgenommen, ohne an einer teuren Auktion oder Lotterie um ein Nummernschild teilnehmen zu müssen, wenn sie ein E-Auto kaufen, das obendrein bis zu 60 Prozent (!) subventioniert ist und das sie viel schneller bekommen. Autohersteller stehen durch striktere Emissionsgrenzen unter Druck, in der Zukunft mehr Stromer zu produzieren; das gilt auch für ausländische Konzerne wie VW, GM und Daimler. Mittlerweile kommen Mindestproduktionsquoten für E-Autos hinzu. China übernahm bereits 2013 die globale Marktführerrolle beim Bau von Solar- und Windparks und hat diese Rolle seit 2015 auch in der E-Mobilität inne. Dagegen sind die schleppenden Fortschritte in den USA und Europa geradezu kläglich.

Experten sind Trumpf
China wird oft noch als Entwicklungsland eingeordnet, aber das wird der Volksrepublik schon lange nicht mehr gerecht. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf ist seit dem Jahr 2000 um den Faktor fünf gestiegen. Moderne Hochgeschwindigkeitszüge verkehren auf einem wachsenden Netz von 20.000 Kilometern und der Ausbau des Autobahnsystems geht nach der Freigabe von 130.000 km unvermindert weiter. Aktuell wird jedes vierte Automobil der Erde in China produziert und die meisten davon werden auch dort verkauft. Chinas Rolle als Werkbank der Welt und Produzent billiger Massenware wird nicht ewig verlängert werden. Ziel ist das Zulegen in Zukunftsbranchen, eine globale Präsenz und das Entwickeln innovativer Produkte, wovon E-Autos nur ein Vorgeschmack sind.

Und was bedeutet das für Anleger aus dem Westen und die Depots von erfolgreichen Vermögensverwaltern? Sie stecken ihr Geld natürlich nicht in Autos, sondern in einen Stoff, der auf Jahre hinaus in China Mangelware bleiben wird: Lithium. Der Elektromobilität gehört die Zukunft und Lithium ist eine wichtige Komponente für die dafür benötigten Batterien. Deshalb investieren erstklassige Vermögensverwalter in Spezialfonds mit hervorragender Expertise. Und im Zuge der zur Sicherheit notwendigen Streuung sind sie erst recht in China aktiv. Das Land ist auf Expansionskurs und es gilt, zumindest mit kleinen Positionen dabei zu sein. Im Zuge dessen arbeiten sie mit Fondsgesellschaften zusammen, die im Land tätig sind, und sie investieren, um das Restrisiko zu vermeiden, in Fonds, in denen mindestens 100 Wertpapiere liegen. In China ist die Transparenz nicht so hoch wie in Europa, was manche Wirtschaftsberatung und Landesregierung schon leidvoll erfahren musste. Deshalb sind Experten Trumpf und Einzelwerte tabu.

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admin am 15. Mai 2017 in Aktuelles