Monatsarchiv für Januar 2018

Geduld zahlt sich aus – 15.01.2018


Das Gedächtnis ist kurz, aber der Glaube ist stark
Jahreswechsel – Zeit für Rückblick, Zeit für Ausblick. Und jetzt erst recht die Frage: „Wie lang hält der Aufschwung noch an?“ Geht noch was an den Aktienmärkten oder ist der Höhepunkt erreicht und nur noch „dummes Geld“ fließt in den Markt? Nun: Die Welt des Geldes hat ein kurzes Gedächtnis, aber der Glaube ist stark. Anleger kaufen zurzeit unbesehen Aktien von Alphabet (Google), Amazon, Apple, Facebook und Konsorten. Dabei ist die Internetblase erst im März 2000 zum bislang letzten Mal geplatzt. Andererseits: Die fundamentalen Wirtschaftsdaten sind in Europa und weltweit so gut wie schon lang nicht mehr; sie belegen ein sehr solides Wachstum, das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht kurzfristig in sich zusammenfällt. In den Aktienmärkten steckt offenbar noch mehr Potenzial.

Um beim Einerseits–Andererseits zu bleiben: Einem Boom folgt unweigerlich der Abschwung, den manche „Minsky-Moment“ nennen. Der US-Ökonom Hyman Minsky hat die dauernde Instabilität einer Volkswirtschaft mit ihrem Auf und Ab eindrücklich beschrieben: Nach einer langen Aufschwungphase komme unweigerlich der Moment, da sich die Dynamik umkehre und die spekulative Seite aller Investitionen offenbar werde. Dann platzen Kredite, es kommt zu Zwangsversteigerungen, Banken rutschen in die Krise, die Wirtschaft kollabiert. Aber sind wir schon soweit? Der Finanzmarktanalyst Russell Napier hat sich in seinem Buch „Anatomy of the Bear“ mit den wichtigsten Börsenturbulenzen und Bärenmärkten beschäftigt und schreibt: „Ich bin nicht sicher, ob es in der Geschichte eine Entsprechung für heute gibt. Die Welt ist noch nie in eine Rezession gerutscht, wenn Zinsen und Inflation so niedrig waren wie heute.“

Zur robusten Anlagestrategie passend
Was wir sicher wissen: Professionelle Vermögensverwaltungsdepots haben im abgelaufenen Jahr je nach gewählter Risikostufe erfreuliche bis sehr gute Renditen erwirtschaftet. Lediglich in besonders defensiven Depots zeigte sich, dass die guten Erträge der Aktienpositionen durch Verluste von Anleihefonds und Sicherheitspositionen im Bereich Edelmetall neutralisiert wurden. Hier ging es um Extremsituationen: Gold und andere Edelmetalle sind zurzeit im Vergleich zu Aktien so billig wie vor der Finanzkrise 2008. Das passt aber zu den Inhalten und Zielen einer robusten Anlagestrategie. Als 2008 die Aktienmärkte in die Knie gingen, stiegen Edelmetallwerte sprunghaft an. Wenn jetzt der Crash käme, sollten Edelmetallpositionen für den Ausgleich sorgen und damit den Erhalt des Vermögens der Mandanten sichern.

Robuste Anlagestrategie bedeutet auch, nicht hinter jeder Rendite her zu sein, aber dennoch angemessene Erträge zu erzielen. Nachdem kompetente Vermögensverwalter in den drei ersten Vierteln des Jahres 2017 eher defensiv agiert und die Depots durch den Aufbau weiterer Cash- und Edelmetallpositionen abgesichert haben, ist es ihnen im letzten Quartal gelungen, die sogenannte Jahresendrally, zu nutzen, indem sie innerhalb der Risikovorgaben der Depots rechtzeitig Fonds mit starken Aktienanteilen aufgestockt haben. Das Erkennen fehlender Anzeichen für das Ausbleiben der Jahresendrally und richtiges Timing mit dem Kauf der passenden Aktienfonds schon im November sind die Eltern dieses Erfolgs.

Ergebnisse sorgfältiger Analysen
Trotz hoher Cash-Positionen (robust geht vor!) über das gesamte Jahr ist es gelungen, in offensiven Depots mit rein Nachhaltiger Geldanlage durch gute Anlageauswahl sogar mehr als zweistellige Renditen zu erwirtschaften, womit die Nachhaltige Geldanlage wieder einmal unter Beweis gestellt hat, dass sie in Sachen Ertrag keinen Vergleich scheuen muss. Im Rückblick hat sich ausgezahlt, dass die Verwalter mit Geduld und Zuversicht und ohne große Änderungen an Anlagen festgehalten haben, die in den vier letzten Monaten des Jahres durch Wertzuwächse von zum Teil 40 Prozent und mehr zu überzeugen wussten. Das kommt nicht von ungefähr, sondern ist das Ergebnis sorgfältiger Analysen und dem Entdecken von Fonds (und deren Aufnahme ins Depot), in denen die Anteile von Firmen aus den Bereichen Recycling, E-Mobilität, Solar, Fotovoltaik, Wasserversorgung, Windkraft etc. stecken, deren Fundamentaldaten stimmen, aber deren Potenzial sich an der Börse noch nicht niedergeschlagen hat.

Damit sie diese Treffer landen können, tauschen sich professionelle Vermögensverwalter intensiv mit Fondsmanagern aus, die, um das 40-Prozent-Beispiel (oben) herzunehmen, einen Aktienfonds managen, der weltweit mit Schwerpunkt Asien und Amerika und mit Fokus auf E-Mobilität, Solar- und Windenenergie anlegt, an dem sie seit gut zwei Jahren festhalten und den sie Mitte des Jahres auf tiefem Niveau noch einmal nachgekauft haben. Den Fondsmanagern war es gelungen, in ihrem Besuch des Anlageausschusses auf (Nachhol-)Potenziale hinzuweisen, die sich mit einiger Wahrscheinlichkeit bald entfalten würden. Tatsächlich machte der erwartete und eingetretene Anstieg des Ölpreises im letzten Drittel des Jahres den Blick frei auf Nachhaltige Geldanlagen aus dem Bereich Erneuerbare Energien, die sich als bislang unterbewertet herausstellten, nun stark gefragt waren und deshalb erheblich im Wert stiegen.

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admin am 15. Januar 2018 in Aktuelles