Gewinnbringende Investitionen – 20.08.2018


Wer sucht noch einen sicheren Hafen?
Einen Seemann kann doch nichts erschüttern! Weder Wind mit Stärke 10, noch der Klabautermann oder gar das wilde Meer. Deshalb fährt ein echter Seemann auch nicht zur Sicherheit an Land, sondern um in jedem Hafen eine Braut zu treffen. So weit, so gut. Trotzdem: „Sicherer Hafen“ – war da nicht was? Ja, da war was: Neben denen, die keine Angeber oder nicht lebensmüde sind und einem Sturm auf offener See lieber aus dem Weg gehen, steuern in Krisenzeiten normalerweise auch die Anleger an den Kapitalmärkten gern einen sicheren Hafen an: Gold! Das hat Gründe. Denn für viele Menschen ist das edelste aller Metalle mit der Erwartung verbunden, seinen Wert zu erhalten oder zu steigern, wenn ringsumher die Gefahr besteht, dass die Kurse von beispielsweise Aktien oder Anleihen ins Bodenlose fallen.

Krisen und Krisenherde gibt es zurzeit wahrlich genug: den erratischen Präsidenten der USA, sogenannte Populisten in Europa, die in vielen Ländern der Erde riesige Staatsverschuldung, das vielleicht in einen veritablen Handelskrieg mündende Zollgeplänkel zwischen den USA und China, der Brexit, der ohne Ausstiegsvertrag droht, alle Beteiligten in eine mindestens mittlere Katastrophe zu stürzen – sie alle sind geeignet, die Kurse an den Kapitalmärkten nachhaltig ins Minus zu treiben. Gold müsste deshalb Konjunktur haben, sein Preis steigen oder auf hohem Niveau stabil bleiben. Aber Gold hat keine Konjunktur, im Gegenteil: Zu Beginn des Jahres lag der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold noch bei rund 1350 US-Dollar. Mitte April setzte die Talfahrt ein, die Ende Juli mit 1221 US-Dollar einen vorläufigen Tiefpunkt erreichte, um sich danach fortzusetzen.

Wenn Gold-Bären nicht schmecken
Es gibt aber nicht nur Anleger, die trotz schwieriger Umstände nicht in Gold, sondern im Umfeld steigender Zinsen eher in beispielsweise US-Staatsanleihen investieren: Darüber hinaus haben in den vergangenen Monaten sogenannte Gold-Bären („Bärenmarkt“ steht in der Sprache der Börsianer für anhaltend fallende Kurse) besonders viel Gold verkauft, um ihre Wetten auf niedrigere Goldpreise einzulösen, und waren damit erfolgreich. In dieser Gemengelage aus allgemeiner Sorglosigkeit der Anleger, die auf die Erfahrung der vergangenen Jahre baut, dass Politik und Notenbanken für jedes wirtschaftliche Problem schon eine Lösung finden und damit die Kapitalmärkte und das eigene Portfolio retten werden, und der aktiven Spekulation auf fallende Preise haben Gold, aber auch andere Edelmetalle wie Platin und Palladium keine guten Karten.

Professionelle Vermögensverwalter haben mit Gold- und weiteren Edelmetallpositionen für ihre Mandanten eine Versicherung gegen die bekannten und unbekannten Risiken des Finanzsystems abgeschlossen, die sie, unabhängig von vorübergehenden Wertschwankungen, als festen Bestandteil ihrer langfristigen Anlagestrategie robuster Depots beibehalten werden. Schließlich weiß niemand, wie das Notenbankexperiment der uferlosen Geldvermehrung ausgeht. Und womöglich fällt der Weltwirtschaft doch noch die nicht mehr tragbare Verschuldung des einen oder anderen Staates auf die Füße. Gold ist, anders als Papiergeld, nicht beliebig vermehrbar, dauerhaft, dennoch hoch liquide und deshalb in nennenswerter Position für jedes seriöse Depot unverzichtbar. Und weil es wie alle anderen Anlagen den Auf- und Ab-Zyklen der Märkte unterliegt, wird es in absehbarer Zeit wieder zur Wertsteigerung der Depots beitragen.

Gewinne mitnehmen
In einem typischen Depot liegen etwa 15 Fonds, die Vermögensverwalter in der Planung und Zusammensetzung in verschiedene Geldpakete unterteilen. Manche davon sind aktuell im Minus, andere im Plus. Jedes Geldpaket braucht seine Laufzeit, bis es die Zielrendite erreicht hat; das geht, je nach Schwankung, zügig oder es dauert etwas länger. Danach geben professionelle Vermögensverwalter die Werte an den Markt zurück und nehmen die Gewinne mit. Es kommt beispielsweise vor, dass sie ein Rohstoffpaket verkaufen, das in den beiden vergangenen Jahren eine Rendite von 30 Prozent erwirtschaftet hatte. Als wichtigster Treiber ins Positive betätigte sich dabei übrigens der Ölpreis, der in diesem Zeitraum von etwa 36 US-Dollar je Barrel auf über 70 US-Dollar gestiegen war. Vor dem Hintergrund der Struktur in Geldpaketen wird deutlich, dass die Versicherung durch Gold- und Edelmetallpositionen sozusagen durch Unerlässlichkeit ein sinnvolles Eigenleben führt.

Tatsächlich stünden in diesem Jahr die meisten Depots im Plus, wenn die Edelmetalle nicht so unter Druck wären. Mit dem Hätte-wenn-und-aber halten sich Profis jedoch nicht auf und konzentrieren sich stattdessen auf die Kraft des faktisch Sinnvollen. Dazu investieren sie beispielsweise im Bereich Nachhaltige Geldanlagen in Depots zurzeit vorhandenen Cash in die Potenziale preiswerter Lithiumpositionen, die nach dem „suggestiven Einfluss“ von Großinvestoren, die den Braten gerochen und zu möglichst tiefen Preisen einsteigen wollten, an Wert verloren hatten und nun wieder vor dem Anstieg stehen. Das Leichtmetall Lithium ist für den nicht mehr aufzuhaltenden Ausbau der Elektromobilität unverzichtbar und wird deshalb auch in Zukunft zu den gewinnbringenden Investitionen zählen.

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admin am August 20th 2018 in Aktuelles

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