Rudolf aktuell – Sonderausgabe Finanzkrise – 10.10.2008 – 2


Schlussfolgerungen für unterschiedliche Anlageklassen

Spareinlagen
Spareinlagen wie Sparbücher, Termin und Tagesgeldkonten sowie Sparbriefe bei den Banken sind hierzulande als sehr sicher einzustufen. Im Fall einer angenommenen Pleite eines deutschen Instituts greift die gesetzliche Sicherung über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB). Diese übernimmt für Kunden von Privatbanken 90 Prozent eines Guthabens von maximal 20.000 Euro. Zudem gibt es den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BbB), der für bis zu 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals einer Bank die Garantie übernimmt. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken gilt darüber hinaus das Solidaritätsprinzip, nach dem jeweils die anderen Banken des Verbundes dem angeschlagenen Institut zur Seite stehen. Über diese Sicherungen hinaus hat unterdessen die Bundesregierung erklärt, sämtliche Spar- und Giroeinlagen von staatlicher Seite zu verbürgen.

Wertpapierdepots
Wertpapierdepots sind von einer möglichen Bankenpleite nicht betroffen. Hier bleiben die Kunden Eigentümer der Wertpapiere – die Bank ist lediglich administrativ tätig. Im Fall einer Insolvenz wird das Depot auf ein anderes Institut übertragen.

Investmentfonds
Investmentfonds sind als treuhänderisch geführte Sondervermögen von möglichen Bankenpleiten geschützt. Von dieser Seite besteht kein Risiko. Wichtiger ist bei Fonds der Inhalt – bei Aktienfonds etwa eine breite Streuung über verschiedene Branchen und Regionen. Geldmarktfonds sollten nach wie vor frei von den durch die Krise stark betroffenen ABS-Papieren sein. Vorsicht ist auch bei Schwellenländerfonds angebracht – hier ist die weitere Entwicklung abzuwarten. Es hat sich klar gezeigt, dass sich auch die so genannten Emerging Markets wie China, Brasilien, Indien usw. nicht von den globalen Einflüssen in den USA und Europa abkoppeln können. Dennoch sollten sie aufgrund der herausragenden Wachstumsperspektiven mittel- bis langfristig weiterhin Bestandteil eines gut gestreuten Depots sein.

Zertifikate
Bei Zertifikaten ist die Bonität des Emittenten ein zentrales Thema für die Qualität eines Papiers. Diese wird bei den börsennotierten Inhaberschuldverschreibungen sowohl vor dem Kauf als auch im späteren Zeitablauf von uns immer genau beobachtet. Die tägliche Veränderung der Bonität der Emittenten beobachten wir täglich und reagieren dementsprechend. Weiterhin sind einfache Konstruktionen wie bei Bonuszertifikaten oder Discountzertifikate komplizierten Gebilden oder Papieren mit Hebelwirkungen derzeit klar vorzuziehen. Diese Faktoren sind zusätzlich zu individuellen Gegebenheiten eines Anlegers zu berücksichtigen. Fällt das Ergebnis der sachlichen Prüfung positiv aus, können entsprechende Qualitätspapiere die Situation in einem Depot aufgrund ihrer schwankungsreduzierenden Eigenschaften auch weiterhin durchaus beruhigen.

Kommentare deaktiviert für Rudolf aktuell – Sonderausgabe Finanzkrise – 10.10.2008 – 2

admin am Oktober 10th 2008 in Aktuelles

Kommentarfunktion ist deaktiviert