Rudolf aktuell – Sonderausgabe Finanzkrise – 10.10.2008 – 3


Wie geht es an den Börsen weiter?
Es sollte kein Zweifel daran bestehen, dass ein Ausstieg aus Wertpapieren zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der allgemein schlechten Stimmung und der dann zu realisierenden Verluste nicht angebracht ist. Dafür haben sich die Papiere bereits zu sehr verbilligt. Ein kompletter Verkauf verbietet sich schon aus Gründen der Streuung von Anlagen. Zudem gibt es kaum Alternativen. So sind Zinsen aus Spareinlagen steuerpflichtig und die Erträge werden zusätzlich durch die Inflation aufgezehrt. Außerdem stellen die aktuell hohen Zinsen eine Ausnahmesituation dar. Da sich die Banken untereinander nicht mehr vertrauen, leihen Sie sich gegenseitig kein Geld mehr. Die einzige Geldquelle für die Kreditinstitute ist jetzt nur noch der Privatanleger, der mit hohen Zinsen umworben wird.

Darüber hinaus empfiehlt sich eine Positionierung in Wertpapieren auch aufgrund der bevorstehenden Abgeltungsteuer. Wer derzeit Aktien oder stark gefallene Substanzpapiere im Depot hat, sollte die Schwächephase besser aussitzen. Im Umkehrschluss ist aber auch ein Einstieg gerade jetzt zu prüfen. Eine Empfehlung wird von uns letztendlich vor dem Hintergrund der individuellen Situation des Anlegers getroffen, da es bei den derzeitigen günstigen Kursen durchaus auch gute Kaufgelegenheiten gibt. Aus Angst und Panik heraus Anlageentscheidungen zu treffen, ist immer ein schlechter Ratgeber. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass in einer Krisensituation nur besonnenes Handeln zum Erfolg führt und nicht hektisches Verkaufen von guten Wertpapieren.

Wir sehen in der Krise mittelfristig auch Chancen und die Anlageziele unserer Kunden immer noch erreichbar. Das Finanzsystem muss sich neu ordnen und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit stark an Stabilität gewinnen. Viele Industrieunternehmen sind ohnehin deutlich besser aufgestellt als beim Platzen der Spekulationsblase im Jahr 2000. Die Schulden der Firmen sind deutlich tiefer und die Gewinne höher als damals. Wir sehen nicht zuletzt durch massive staatliche Hilfe (700 Mrd. $-Hilfe in den USA, 640 Mrd.-€-Paket in Großbritannien, Mrd.-Hilfen für Banken in Deutschland, staatliche Garantien in Irland, Frankreich usw. sowie das gemeinsame Vorgehen der Notenbanken weltweit) die Chance auf eine Beruhigung und damit eine Gegenbewegung an den Märkten. Da sich die Welt weiter dreht, sollten mittelfristig gute Wertpapiere mit einer vernünftigen Bewertung als Gewinner aus der Krise hervorgehen.

Sukzessive Käufe, eine ordentliche Streuung von Anlagen in Zeiten einer ausgeprägten Panikstimmung bilden die Grundlage für das Erreichen der individuellen Anlageziele. Für Anleger mit Sparplänen ist die jetzige Marktsituation sogar ideal, da man kontinuierlich günstig kauft.

Unser Fazit
Durch Einrichtungen wie den Bankensicherungsfonds und die staatlichen Garantien ist die Sicherheit der Anlagen genauso wie die Sicherheit der Depots in Deutschland gegeben, sodass sich Anleger hier keine Sorgen machen müssen. In der jetzigen Marktphase sind vor allem Geduld und Besonnenheit angebracht.

Ernst Rudolf

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admin am Oktober 10th 2008 in Aktuelles

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