Wenn es Anlegerschutz gäbe – 04.09.2012 – 2


Verbraucherschützer heben den Zeigefinger
Die Verbraucherzentrale wiederum – ein eingetragener Verein, der sich nach eigenen Angaben zu 85 % aus dem Haushalt des Bundesverbraucherministeriums finanziert – hat seit 2008 den Bereich Finanzberatung ausgebaut, in der Bundeszentrale und den Landesverbänden. Dort macht sie beispielsweise mit Ratschlägen wie „… unterschreiben Sie nur, was sie verstehen“ (Und wie legt jemand an, der keines der von den Banken, Kapitalanlagegesellschaften und Versicherungsgesellschaften bewusst komplex und kompliziert gehaltenen Finanzprodukte versteht?) oder „Man sollte sich den Immobilienmarkt genau anschauen“ auf sich aufmerksam.

Die Stiftung Warentest, eine mit Steuermitteln alimentierte Verbraucherorganisation, schickt von Zeit zu Zeit aus ihrer Abteilung Finanztest heraus Personen in Deutschlands Banken. Die kehren regelmäßig mit einer „… Stimmung zwischen Unglaube und Wut“ aus den Filialen zurück; zuletzt im Mai dieses Jahres, als sie der Kreditberatung in Filialbanken die Note „katastrophal“ vergaben, was sie im eigenen Printmedium aber auch per Pressemitteilung die Öffentlichkeit wissen ließen.

Die Medien schließen den Kreis
Mit der Zeitschrift Finanztest sind wir bei den Medien angelangt. Regionale und überregionale Tageszeitungen berichten regelmäßig über das Thema Anlegerschutz – im Rhythmus der Veröffentlichungen von Finanztest und der Pressemitteilungen der Verbraucherzentralen. Im Zuge dessen kommen die Finanzexperten der Verbraucherzentralen zu Wort und geben gute bis gut gemeinte Ratschläge.
Für einen Journalisten ist in Sachen Geldanlage die Bezugnahme auf Verbraucherorganisationen ideal. Er hat sich damit „die Guten“ ins Medium geholt, das Thema ist behandelt und veröffentlicht und morgen sowieso ein anderer Tag.

Der Reigen des Versagens
Fassen wir zusammen: Die Finanzindustrie misshandelt Anleger zur eigenen Profitmaximierung. Das Verbraucherministerium kündigt Anlegerschutz an, setzt ihn aber nicht oder nicht effektiv in die Tat um. Dabei wird es von Verbraucherschutzorganisationen beobachtet und dafür kritisiert, die es selbst bezahlt. Die Verbraucherschutzorganisationen leisten für ihre Legitimation zumindest gute Pressearbeit.

Und was bringt das alles bislang für den Anleger? Zugegeben, eine rhetorische Frage. Sie soll aber an dieser Stelle beantwortet werden: NICHTS!

Zum dritten Teil geht es hier …

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admin am September 4th 2012 in Aktuelles

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